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Carmina secessum scribentis et ocia quærunt

Simon Dach

Glück zu, jhr grünen Bäume, Ihr Hauß der Sicherheit, Ihr Vorraht guter Reime, Schatz aller Fröligkeit!

Fahrt fort, lasst ewre Lieder Mir bringen Lust vnd Ruh! Ich setze mich hie nieder Vnd hör' Euch fleissig zu;

Du sanffter West-Wind pfeiffe Vnd halte recht den Schlag, Daß alles seine Läuffe Gebührlich machen mag!

Das Laub ist gäng vnd rege, Die Lufft ist sanfft vnd still, Kein Vogel ist, der träge Sich jetzt erweisen will.

Indem der Mey behende Jetzt von vns Abschied nimpt, Wie allem Thun sein Ende Zu haben ist bestimmt:

Will ich auff meiner Geigen Im gleichen lustig seyn, Sitz' vnter ewren Zweigen Vnd stimme mit Euch ein.

Wolt jhr darumb mich neiden? Er selbst, Herr Adersbach, Mag es sehr gerne leiden, Daß ich mich frölich mach'

Hie, wo er an dem Pregel Sein Lust-Hauß siehet stehn, Vnd wo der Russen Segel Vorber müssen gehn.

Ich lass', euch Bäume, ragen So hoch jhr jmmer könnt, Vnd edle Zweige tragen; Dafern jhr mir vergönnt,

Daß ich nur mag daneben Auch Herren Adersbach Hoch vber euch erheben Biß an der Sternen Dach.

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