Skip to content
1632

Beschaffenheit dessen, der des ewigen Lebens wil fähig werden

Simon Dach

Wer wird nach diesem Leben In Glantz und Herrlicheit Bey Gott ohn Ende schweben In Christo hocherfrewt,

Wer wird in Gottes Hand Der Gnüge fähig werden, Die noch kein Sinn auff Erden Kein Ohr noch Aug erkant?

Der, weil er hie muß wallen Zugleich in Lieb und Pein GOTT suchet zu gefallen Vnd dienen ihm allein,

Sich ihm nur schuldig hält Mit Gutt Leib und Gemüte, Als der durch seine Güte Gebeut die gantze Welt.

Der seinen Neben-Christen So wie sich selber liebt Und niemals ihn mit Listen Noch offentlich betrübt,

Dem Hochmuth widerstrebt, Das Vnrecht nicht kan leiden Sucht Geitz und Zorn zu meiden Auch keusch und heilig lebt.

Vnd ist es wo versehen Sein Hertz ihm wird beschwert Sich stracks mit Buss' und Flehen Zu seinem Gott bekehrt,

Ihm heiße Thränen schenckt, Die allzeit ihm gefallen Für andern Opffern allen, Daß er sich zu uns lenckt.

Vorauß der auff sein Ende In allen Dingen sieht, Vnd, wenn das kompt, behende Sich hin zu Christo zieht,

Dem rechten Gnaden-Thron Und wird in seinen Wunden Der Leibes-Last entbunden Und stirbt wie Simeon.

Der wird nach diesem Leben In Glantz und Herrlicheit Bey Gott ohn Ende schweben In Christo hocherfrewt,

Der wird in Gottes Hand Der Gnüge fähig werden Die noch kein Sinn auff Erden Kein Ohr noch Aug erkant.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.