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1632

Am Sonntag

Simon Dach

Auch diese Nacht hat sich verlohren. Der Sonntag wird geschaut, Den Gott zu seiner Ruh erkohren, Als er die Welt gebaut,

Und wil, daß er uns in gemein Sol gleichfalls heilig seyn. So danck' ich, Vater, dir von Hertzen, Daß du mein armes Gut

Und mich bewahrt für Noth und Schmertzen, Durch deiner Engel Hut, Die Dieberey, auch Mord und Brand Getreulich abgewand.

Und nun du mich erleben lassen Den werthen Sabbath-Tag, So gib, daß ich auch Kräfte fassen Und ihn recht feyren mag,

Und schenck mir hierzu allermeist, Herr, deinen guten Geist. Der öffne meines Hertzens Pforte, Und thu was ihm bewußt,

Daß ich an deinem heilgen Worte Hab alle meine Lust, Und mir es lasse lieber seyn Als Gold und Edelstein.

Laß mit den Sinnen mich nicht wancken, Nimm gäntzlich mich von mir, Sperr' ein den Umbschweiff der Gedancken Und richte sie zu dir,

Damit die gantze Predigt frey Von fremden Sorgen sey. Mach dir mein Hertz für allen Dingen Zu deinem Heiligthum,

Und laß den gantzen Tag erklingen Von deinem Lob und Ruhm, Gib keiner Sünd und Frevelthat In meiner Seelen statt.

Mein Hertz eröffne sich dem Armen In seiner grossen Noth, Daß ich aus Christlichem Erbarmen Ihm theile mit mein Brod,

Des Krancken pfleg' und mancherley Erweise Lieb und Treu. Werd' ich die Woche so anfangen, So wird mein Werck darauff

Auff aller Wolfahrt Zweck gelangen, Bis sich beschleust mein Lauff, Und ich den ew'gen Sabbat-Tag Im Himmel halten mag.

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