Skip to content
1876

Widmungsgedicht zu »Adam Mensch«

Hermann Conradi

Von einem Grabe komm' ich her. – Du weißt, Mein lieber Freund –: von welchem Grabe – Du weißt –: wie viele Träume, wie viel Glück – Wie viele Vergangenheit ich da begraben habe ...

Von des Vergessens Flut unüberspült Mahnt dieser Hügel noch im fernen Süden – Da wir so groß gelebt, so stark gefühlt, So heiß gekämpft um unsres Willens Frieden.

Ob wir ihn fanden –? Nun, mein lieber Freund – Wir lächeln schmerzlich – doch wir lächeln eben – Wir sind allein – wir haben nur noch uns – So bleiben wir zusammen für das Leben ...

Der Regen klatscht an meine Fensterscheiben – Ins Nordland wieder wurden wir verbannt – Getrost mein Freund! Wir werden südwärts treiben In unsrer Sehnsucht – unsres Sieges Land!

Ein Grab zu hüten gilt's. Mit weißen Kerzen Hat's unterweil der junge Lenzgeschmückt – Für das Unsterbliche verglühn die Herzen – Mit rotem Blut getauft der tiefsten Schmerzen

Ward uns der Geist, der Zukunftsfrüchte pflückt. –

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Widmungsgedicht zu »Adam Mensch« · Hermann Conradi · Poetry Cove