Skip to content
1876

Frieden

Hermann Conradi

Ich flüchte aus dem Marktgedränge, Das mich zu Tod hat müd gemacht, In deine traumumlaubten Gänge, In deine süße dunkle Enge,

O schattenscheue stille Nacht! Das Trostgeschmiege deiner Schleier Deck um dies angstverzehrte Herz, Daß es in deiner Segensfeier

Vergesse seinen letzten Schmerz! Es stand der Horizont in Gluten, Nun stirbt der Feuer Brandgeloh! Das letzte Weh will sacht verbluten –

Ich höre sie vorüberfluten Die Siege, denen ich entfloh! Du ziehst mich auf dein Balsamlager, Geliebte Sterngebärerin,

Und es erlischt dem müden Klager Die letzte seiner Phantasien ... Nun ward ich ganz, so ganz dein eigen, Und jede Unrast ist gebannt –

Dein großes, dein gewalt'ges Schweigen, Vor dem sich alle Stürme neigen, Trug mich in meiner Sehnsucht Land ... Ein unbegreiflich süß Ermatten

Löst meines Leibes Gliederhaft – Vorüber huscht der letzte Schatten, Und es verströmt die letzte Kraft ...

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Frieden · Hermann Conradi · Poetry Cove