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1876

5.

Hermann Conradi

Auf Wald- und Wiesenpfaden Ließ ich mich reich begnaden Vom holden König Lenz ... Sein Zepter gleißt von Sonnen,

Sein Auge ist ein Bronnen, Draus träufelt manche löbliche Sentenz ... Zum Beispiel auch das Sprüchlein: Genieße flugs dein Krüglein,

Ward es dir aufgetischt, Solang noch jung die Herzen, Das Leben sproßt im Märzen, Solange Grün und Grau noch unvermischt! ...

Hat erst ein arges Schicksal Mit seinem blanken Tückstahl Dich abgeschliffen ganz: Ob schäumt der Krug zum Randen,

Er dünkt dich abgestanden – Zerpflückt ist deines Lebens Blütenkranz ... Auf Wald- und Wiesenpfaden Ließ ich mich reich begnaden

Vom holden König Mai ... Sein Drang ward mir zur Lehre, Daß ich den Blick nur kehre Nach dem, was voller Frühlingskräfte sei ...

Nach dem, was sprießt und treibet, Sich aneinander reibet Und neu't in Form und Farb' ... Mein Trauern ließ ich fahren

Und all mein Gramgebaren, Da König Lenz auch mich zum Söldner warb ...

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