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1855

8.

Ada Christen

Ich schmähte Dich, weil Du mir Lieb' gelogen, Als ich einst arm, unwissend Dich gefunden, Weil Du nun stolz und weil Dein Herz gebunden An jenen Mann, der Dich belehrt, erzogen.

Ich zürnte Dir noch in den jüngsten Tagen, Ich hab' Dich eitel, hart und kalt geheißen, Ich wollte Deinem Gatten Dich entreißen, Auf meinen Armen Dich durch's Leben tragen.

Dein Herz, so meint' ich, müsse lodernd schlagen, Wie meines schlägt, seitdem ich Dich gesehen – Du bebtest, doch vergebens war mein Flehen, Nur dürft'ge Thränen flossen meinen Klagen.

„Ich bin sein Weib und will es fürder bleiben,“ So stöhntest Du, und mehr von Pflicht und Treue, Mich aber konntest Du einst sonder Reue Verlassen, einsam in das Leben treiben? –

Ein dunkles Räthsel, reich an tiefen Schmerzen, Ist Dein Entfliehen, Lieben, ewig Trennen – Doch wenn ich fern bin, wirst auch Du erkennen, Wie fremd Du bist an Deines Gatten Herzen...

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