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1870

1.

Ada Christen

Ei, wie schön du warst, als Laune, Wein und Lust im Aug' dir glühte! Wofür hältst du mich denn plötzlich, Daß du schwärmst jetzt von Gemüthe?

Lasse, Freund, doch die Komödie – Wir sind viel zu klug zum schwärmen, Heut' sich küssen, morgen scheiden, Gibt uns keinen Grund zum härmen.

Dort die kurzgeschürzten Weiber Mit den kecken Schellenmützen Werden vor Gemüthsbewegung Und vor Trennungsschmerz dich schützen.

Diese flinken Ballerinen, Diese schönen nackten Sünden Werden schwatzhaft, freundlich-boshaft Was ich war und bin dir künden.

Sieh', ich schütz' dich vor Enttäuschung; Um uns wogt und rauscht das Leben: Was das Heute rasch dir bietet, Mag das Morgen nimmer geben.

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