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1809

Laß ruhn die Toten

Adelbert von Chamisso

Es ragt ein altes Gemäuer Hervor aus Waldesnacht, Wohl standen Klöster und Burgen Einst dort in herrlicher Pracht.

Es liegen im kühlen Grunde Behauene Steine gereiht: Dort schlummern die Frommen, die Starken, Die Mächt'gen der alten Zeit.

Was kommst du bei nächtlicher Weile Durchwühlen das alte Gestein? Und förderst herauf aus den Gräbern – Nur Staub und Totengebein!

Unmächtiger Sohn der Stunde, Das ist der Zeiten Lauf. Laß ruhn, laß ruhn die Toten, Du weckst sie mit Klagen nicht auf.

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