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1809

9

Adelbert von Chamisso

Ein Rosenzweig dich schmücken? Du Wilder, wie will sich's schicken? Was hast du mit Rosen gemein? – Es stehen drei Sterne am Himmel,

Die geben der Lieb ihren Schein. Zwei Knospen am Zweig und die Rose Entscheiden nun meine Lose, Die Dreie, die mein ich allein. –

Es stehen drei Sterne am Himmel, Die geben der Lieb ihren Schein. Die Rose, die zarte, blühet, Die Liebe blühet und glühet,

Das fühl ich im Herzen mein. – Es stehen drei Sterne am Himmel, Die geben der Lieb ihren Schein. Noch Knospen im grünen Laube,

Die Hoffnung und der Glaube, Sie müssen zur Blüte gedeihn. – Es stehen drei Sterne am Himmel, Die geben der Lieb ihren Schein.

Ich pflanz ihn in meinen Garten, Den Zweig, und seiner zu warten, Dem will ich ernst mich weihn. – Es stehen drei Sterne am Himmel,

Die geben der Lieb ihren Schein. Ich seh ihn im freudigen Traume Erwachsen zum starken Baume, Mein Obdach soll er sein. –

Es stehen drei Sterne am Himmel, Die geben der Lieb ihren Schein. Und hat der Traum mich betrogen, Verdorrend der Zweig mich belogen,

Mag alles dann Lüge sein; Dann steht kein Stern am Himmel, Kein Stern gibt der Liebe den Schein.

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