Sonn und Licht hat sich verkrochen
Und die Nacht ist angebrochen
Soll ich nun des Tages-Last
Meine Sorgen und mein Grämen
Auff das Lager mit mir nehmen?
Nein ich wil um meine Rast
Zu befordern erst die Pfeiffen
Mit Toback gestopfft ergreiffen.
Unter allen seltnen Wahren
Die man uns in vielen Jahren
Hat aus Indien gebracht
Wird bey Jungen und bey Alten
Dieses Kraut den Preiß behalten
Weil es frohe Geister macht;
Ja biß sich die Welt wird trennen
Wird sein stetes Opffer brennen.
Andrer Tand der Specereyen
Kan dem Leibe nicht gedeyen
Und was ist für Angst und Noht
Was für Kriegen und für Morden
Nach der Zeit verspüret worden
Da des Goldes theurer Koth
Selbst in ihren eignen Haafen
Macht die Könige zu Sclaven?
Des Tobacks-Kraut güldne Blätter
Sind bey manchem Unglücks-Wetter
Ein beliebter Gegen-Gifft
Wider Pest und Leibes-Wunden
Sind sie schon bewerth gefunden
Und wenn uns ein Kummer trifft
Können wir durch sanfftes Hauchen
Sie zu unserm Labsal brauchen.
Daß die Lust und Pracht der Erden
Und ich selbst zu nichts muß werden
Hat mich der Toback gelehrt
Wenn sein zarter Dampff sich zeiget
Der hoch in die Lüffte steiget
Und sich bald in nichts verkehrt;
Daß nun solch ein Kraut entsprossen
Hat dem Satan sehr verdrossen.
Er kan ohne dem nicht leiden
Wenn ein Mensch in stillen Freuden
In ihm selbst vergnüget ist.
Drum des Vaters eitler Grillen
Seinen Wunsch nicht zu erfüllen
Schmauch ich als ein frommer Christ.
Er und alle Welt mag toben
Ich wil den Toback doch loben.