O GOtt! ich bin nicht werth daß du mir so viel Güte
Von Kindes-Beinen an biß diesen Tag gezeigt.
Wie kömmts denn daß mein Mund von deinem
Da ich doch ohne dich in tausend Noth geriethe?
Wie kömmts daß öfter nicht aus feurigem Gemüthe
Mein Weyrauch voller Danck zu deinem Throne steigt?
Ich habe leyder mich zum Sünden-Schlaaf geneigt!
Der Wollust süsser Traum entgeistert mein Geblüte
Herr wecke du mich auf der du mein Retter bist;
Ich weiß daß in dem Schlaaf mein Tod verborgen ist;
Daß Träume dieser Welt wie leichte Schatten triegen;
Komm bald und mache mich doch deiner Liebe werth
Und wenn mein müdes Hertz ja eine Ruh begehrt
So laß es nur allein in deinen Wunden liegen.