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1654–1699

Der Hoff.

Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz

Ein Schloß da Circe schertzt mit ihren Gauckel-Pos- sen Ein Kercker da das Glück die Sclaven hält verschlossen Ein Dollhauß da man sich durch manche Narren drengt Von denen einer singt der ander Grillen fängt

Ein Kloster da man sieht die reichste Brüder betteln Ein Glückstopff welcher meist besteht in leeren Zetteln Ein Marck da Wind und Rauch die besten Wahren sind Und wer ein Gauckel-Dieb das meiste Geld gewinnt

Ein angefüllt Spital in welches einzutreten Ein kranck er sich bemüht den andern todt zu beten Hier ist ein Fastnachtspiel da Tugend wird verhönt Ob gleich das Laster selbst von ihr die Maßque lehnt.

Den schmeicheln heißt man hier sich in die Zeit bequemen Verleumden ohn vermerckt der Schlangen Gifft beneh- Den Hochmuht Freund und Feind frey unter Augen Den Geitz mit Wolbedacht auf seine Wirthschafft sehn

Die Pracht den Purpur nicht mit Niedrigkeit beflecken Und Falschheit mit Verstand des andern Sin entdecken Eins wisse welcher denckt - - - - - zu handeln Muß mit Gefahr und Streit auf dieser Strassen wan-

Die uns in einem Tag mehr Ungeheuer zeigt. Als uns der öde Strich in Africa gezeugt.

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Der Hoff. · Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz · Poetry Cove