Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz
O Reicher Quell der Langmuth und Gedult Getreuer GOtt du Zuflucht aller Armen! Beströhme mich mit gütigem Erbarmen Und spühle weg den Unflath meiner Schuld.
Ich k age selbst mein böses Leben an Mich schrecken stets die Larven meiner Sünden. Drum ist kein Mensch der dirs verdencken kan Wenn du mir nicht wilst Gnade lassen finden.
Die Fehler die mit meiner Eltern Blut Da ich gezeugt in meine Adern flossen Die waren schon genug mich zu verstossen. Sieh’ aber an dein Kind das Busse thut
Und dir noch mehr zu seiner Schmach bekennt: Ich wuste wol die Wahrheit deiner Worte Doch hab’ ich mich mit Fleiß von dir getrennt Und nicht gesucht den Weg zur Himmels-Pforte.
Ach wasche doch mich von dem Aussatz rein Treib aus den Gifft erfrische mein Geblüte; Entsündge mich mit Isop deiner Güte So werd’ ich weiß wie Schnee in Unschuld seyn.
Herr mein Gebein das du zermalmet hast Laß wiederum mit mildem Trost erqvicken Und mir einmahl nach dieser schweren Last Nur einen Strahl von deiner Huld erblicken.
Ja pflantze gar in meiner matten Brust Ein neues Hertz das neue Regung fühlet Und nicht im Koth der alten Sünden wühlet Das ausser dir sonst findet keine Lust;
Ein Hertz das dir beständig treu verbleibt Das dich in sich und sich in dir kan schauen Worin dein Geist der uns zum guten treibt Ihm ewiglich mag eine Wohnung bauen.
Steh du mir bey itzund und allezeit Lenck wie du wilst mein Tichten und Beginnen Entzünd ein Licht in meinen trüben Sinnen Das einen Glantz der Freude von sich streut.
So wil ich denn mit Worten und der That Herr dein Gesetz die rohen Sünder lehren Und was dein Arm an mir erwiesen hat Wird kräfftig seyn viel andre zu bekehren.
Vergiß nur erst die Blut-Schuld die mich drückt Denn soll dein Lob in aller We Und daß ich dir mag reines Opffer bringen So mache mich zu deinem Werck geschickt.
Halt mich zurück von allem eitlen Schein; Laß mich nicht mehr durch schnöde Lust bewegen Und meinen Mund dir so geheiligt seyn Daß er sich bloß zu deinem Dienst muß regen.
Wilst du mit Blut der Thiere seyn versühnt? So soll dir HErr das fettste meiner Heerden Ein steter Dampff auf deinem Altar werden Doch nein; du wilst noch anders seyn gedient.
Du wilst ein Hertz das dich vernünftig kennt; Das durch die Reu zerknirschet und zerschlagen Nur gegen dir in heisser Andacht brennt Und dir mit Furcht und Danck wird vorgetragen.
Mein König halt dein Zion immer werth Richt wieder auf und schütze selbst die Mauren Jerusalems! das ewig möge dauren. Der Ort den man als deinen Sitz verehrt.
Denn werden wir in deinen Tempel gehn Und dein Gebot in Heiligkeit betrachten. Denn wirst du auch O GOtt uns nicht verschmähn Wenn wir zugleich ein leiblich Opffer schlachten.
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