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1654–1699

Der 142. Psalm.

Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz

Ich schrey O HErr aus Ungedult und Schmertzen Ich flehe dich nur an und schütte von dem Hertzen Was mich so hefftig drückt in deinen Vater Schooß Du hast mich ja wol ehr gemacht von Aengsten loß.

Itzt thu ich keinen Schritt so find ich neue Stricke Beruf ich mich auf Recht so stößt man mich zurücke. Die Flucht ist mir gesperrt. Die Seele leidet Noth Du bist mein Lebens-Theil und ich bin gleichsam todt.

Ich traue ja auf dich wie kanst du mich vergessen Herr höre mein Geschrey die Feinde die mich pressen Sind mir sonst gar zu starck. Reiß doch das Band Das meine Seele spührt so rühm ich deine Treu.

Und thust du mir itzt wohl so werden alle Frommen An mir ein Zeichen sehn und freudig zu dir kommen.

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Der 142. Psalm. · Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz · Poetry Cove