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1654–1699

Christus in der Krippen.

Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz

Das Kind das dort in Heu und Stroh verstecke lieget Und dem das tumme Vieh aus seiner Wiegen frißt Ist grösser als die Welt weil es GOtt selber ist Der über Höll und Tod in seiner Armuth sieget.

Was mag die Ursach seyn daß Er so schlecht erschienen Sein Thron der könte ja seyn von Saphir bereit Sein Lager mit dem Glantz der Sternen überstreut Warum bedient Ihn nicht ein Heer von Cherubinen?

Kaum findet sich ein Raum den Heyland zu bewirthen; Die Krippe wird sein Bett’ ein Stall ist sein Pallast; Wenn Er die keusche Brust der Mutter hat umfaßt So hält Er sein Pancket sein Hoff besteht aus Hirten.

Ihr Grossen die ihr euch als Götter laßt verehren Die ihr von eurem Stuhl aus Diamanten blitzt Und eurer Meynung nach dem Himmel näher sitzt Als die so Menschen sind diß wil euch etwas lehren:

Der Höchste spottet hier der Güter dieser Erden Die offt ein Sterblicher für seinen Himmel hält Und zeiget euch dabey daß wenn es Ihm gefällt Der Purpur uns zu Heu und Heu zu Purpur werden.

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