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1817–1871

Canzone XV .

Karl Candidus

Eins weiß ich, Andres glaub' ich nur zu wissen. Ich weiß das mein Erlöser lebt und treu ist. Im Lachen weiß ich dies und unter Thränen Weil er in Wol und Weh mir immer neu ist.

Ich habe redlich mich vor ihm beflissen, Als unter seinen Augen, alles Wähnen Und mißverstand'ne Sehnen Zu ihm zu bringen als zum Vollgenügen

Der Heiligkeit und Wahrheit, und ich glaube Nicht daß mein Thun zum Raube Dem Wahn, zur Beute ward dem Selbstbetrügen. Doch nur auf Eins mag leben ich und sterben:

Mein Jesus lebt und läßt mich nicht verderben. So lang ich lebe, muß ich denkend leben, Und soll ich anders denken als ich denke, So wirst du, mein Erlöser, mich es lehren,

Und wenn ich hier der Welt nur Irrwahn sckenke, So wirst du ihr dafür die Wahrheit geben Und wirst, die ich verführte, selbst bekehren. Ich wollte dich ja ehren,

Mein Heiland, und du weißt daß ich dich liebe. Auch glaub' ich nicht daß ich mich selbst bethöre, Denn wenn ich dich verlöre, So wüßt' ich nicht was von dem Allen bliebe

Was betend ich und weinend dir gesungen. Warst du Beherrscher doch auch meiner Zungen! Wie jegliches vollbrachte Werk, so mahnet Auch dieses an den Tod mich, drum erscheinet

Mir so unwesentlich was ich vollbrachte. Und freilich wenn mir Alles was da scheinet, Wenn diese Welt, die du mir hast gebahnet, Wenn dieses Denken, das in dir ich dachte,

Das sich in dir entfachte, Dereinst zu kleinstem Durchmaß in sich sinket. So wie die Glieder mählig mir erkalten Und nur im Herzen walten

Noch mag was ew'gen Lebens Abglanz blinket, Dann ist mein Alles, bei dem Allverschwinden, In meines Herzens Herzen dich zu finden.

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