Die Hoffnung, dereinst ein Pfarrer zu werden, Ist also vergeblich auf dieser Erden. – Hieronymus findet es nötig nun, Anderswohin sich umzutun. –
Es macht sich auch. – Von da nicht fern Auf dem Gut eines alten gnädigen Herrn Suchte man längst schon hin und her Einen passenden Sekretär.
Und, richtig, unser Hieronymus Wird wirklich Herr Sekretarius. Eine Kammerjungfer ist auch noch da. – Schau schau! Es ist die Amalia! –
Das mit der Uhr war freilich abscheulich, Aber Hieronymus fand es verzeihlich, Denn Amalia war sehr betrübt, Machte sich, wo sie konnte, beliebt
Und half ihm mit allen ihren Kräften Bei seinen schwierigen Amtsgeschäften. – Aber die Sache wird bald sehr peinlich, Denn der Alte benimmt sich kleinlich;
Und Hieronymus, ohne Lohn, Verläßt die bisherige Kondition. Einem frommen Fräulein, bedeutend bemittelt, Die längst ihre Jugend abgeschüttelt,
Fehlt eben ein kräftiger Assistente, Der mit ihr beten und singen könnte. – Von allen, die da kamen, schien ihr am meisten Hieronymus geeignet dieses zu leisten.
Drum hieß sie ihn zu Nutz und Frommen Als Mitgehilfen hochwillkommen. Als er nun aber singen sullt, Da fehlt ihm die christliche Geduld. –
So mußte die Alte wieder allein Bei ihrer Andacht tätig sein. – Hieronymus, in einer Spelunke, Findet zwo Lumpen bei ihrem Trunke;
Und ist ihm auch der eine von ihnen Gewissermaßen bekannt erschienen. – Hieronymus legt sich bald aufs Ohr. Die Lumpen ziehen die Börse hervor,
Und als der Morgen kommt, o Schreck! Ist die Börse mitsamt den Lumpen weck. – Der Wirt, der großes Mitleid hat, Nimmt sich den Rock an Zahlungsstatt. –
So irret Hieronymus sorgenschwer Kreuz und quer in einem Walde umher. – Auf einmal, so höret er Jammern und Klagen Und Degengeklirr und Knittelschlagen,
Und siehe da, eine Equipage Ist überfallen von Räuberbagage. Der Kutscher ist auf der Erde gelegen, Der Herr, der wehrt sich mit seinem Degen,
Die gnädige Frau steht auch dabei Und machet ein großes Wehgeschrei. – Hieronymus aber eilet sofort An diesen Jammer- und Schreckensort
Und entscheidet die Sache vermittels Seines kräftig geschwungenen Knittels. Die Räuber kommen in große Not; Der eine muß laufen, der andre bleibt tot.
Und schau, der hier zu Tode gekommen, Hat ihm zu Nacht den Beutel genommen. Auch fällt dem alten Bösewicht Sein schwarzes Pflaster vom Gesicht;
Und schau, da ist's der Perückenmann, Der einst auf der Post die Dukaten gewann. Hieronymus tut ihn nicht beklagen, Nimmt die Börse und folgt dem Herrschaftswagen.
Die Herrschaft aber preist die Götter Und ihren mutigen Lebensretter.
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