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1870

Schluß

Wilhelm Busch

Sofort legt Bählamm sich zur Ruh. Die Hand der Gattin deckt ihn zu. Der Backe Schwulst verdünnert sich; Sanft naht der Schlaf, der Schmerz entwich,

Und vor dem innern Seelenraum Erscheint ein lockend süßer Traum. – Ihm war als ob, ihm war als wie, So unaussprechlich wohl wie nie. –

Hernieder durch das Dachgebälke, Auf rosenrotem Duftgewölke, Schwebt eine reizend wundersame In Weiß gehüllte Flügeldame,

Die winkt und lächelt, wie zum Zeichen, Als sollt er ihr die Hände reichen; Und selbstverständlich wunderbar Erwächst auch ihm ein Flügelpaar;

Und selig will er sich erheben, Um mit der Dame fortzuschweben. Doch ach! Wie schaudert er zusammen! Denn wie mit tausend Kilogrammen

Hängt es sich plötzlich an die Glieder, Hemmt das entfaltete Gefieder Und hindert, daß er weiterfliege. Hohnlächelnd meckert eine Ziege.

Die himmlische Gestalt verschwindet, Und nur das eine ist begründet, Frau Bählamm ruft, als er erwacht: „Heraus, mein Schatz! Es ist schon acht!“

Um neune wandelt Bählamm so Wie ehedem auf sein Bureau. – So steht zum Schluß am rechten Platz Der unumstößlich wahre Satz:

Die Schwierigkeit ist immer klein, Man muß nur nicht verhindert sein.

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