Skip to content
1870

Gestört

Wilhelm Busch

Um acht, als seine werte Sippe Noch in den Federn schlummernd lag, Begrüßt er von der Felsenklippe Bereits den neuen Frühlingstag.

Und wie die angenehme Sonne Liebreich zu ihm herniederschaut, Da ist in süßer Rieselwonne Sein ganzes Wesen aufgetaut.

Es schmilzt die schwere Außenhülle. Ihm wird so wohl, ihm wird so leicht. Er schwebt im Geist als freier Wille Hinaus, so weit das Auge reicht.

Fort über Tal, zu fernen Hügeln, Den Strom entlang, bis an das Meer, Windeilig, wie auf Möwenflügeln, Zieht er in hoher Luft einher.

Hier traf er eine Wetterwolke. Die wählt er sich zum Herrschersitz. Erhaben über allem Volke Thront er in Regen, Sturm und Blitz.

O weh, der Zauber ist zu Ende. Durchweicht vom Hut bis in die Schuh, Der Buckel steif und lahm die Lende, So schleicht er still der Heimat zu.

Zum Trost für seine kalten Glieder Empfängt ihn gleich ein warmer Gruß. Na, hieß es, jetzt bekommst du wieder Dein Reißen in den Hinterfuß.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Gestört · Wilhelm Busch · Poetry Cove