Grad als die Mutter, Frau Senaterin Jobsen, Ein wenig zankte, weil sie's verdrobsen, Daß schon wieder in selbigter Wochen Ein Kaffeetopf entzweigebrochen –
Grad als der Vater im Lehnstuhl saß Und nach Tisch in der Zeitung las – Vernahm man draußen ein heftiges Knallen. Der Vater lässet die Zeitung fallen;
Und jeder eilt mit Schrecken herbei, Zu sehn, was das für ein Lümmel sei. Zwar erst erkannte man ihn nicht Vor seinem dicken Bauch und Gesicht;
Dann aber war die Freude groß. – Nur tadelnswert fand man es bloß, Daß Kleidung sowohl wie der Stoppelbart Nicht passend für seine geistliche Art. –
Hieronymus überlegte es auch Und tät sich bekleiden nach Standesgebrauch. Er hatte mit klugem Vorbedacht Bereits eine Predigt mitgebracht,
Welche ein Freund in der Musenstadt Fleißig für ihn verfertigt hat. – Schon am nächsten Sonntag betrat Hieronymus die Kanzel als Kandidat.
Er sagt es klar und angenehm, Was erstens, zweitens und drittens käm. „Erstens, Geliebte, ist es nicht so? Oh, die Tugend ist nirgendwo!
Zweitens, das Laster dahingegen Übt man mit Freuden allerwegen. Wie kommt das nur? So höre ich fragen. Oh, Geliebte, ich will es Euch sagen.
Das machet, drittens, die böse Zeit. Man höret nicht auf die Geistlichkeit. Wehehe denen, die dazu raten; Sie müssen all in der Hölle braten!!
Zermalmet sie! Zermalmet sie! Nicht eher wird es anders allhie! Aber Geduld, geliebte Freunde! Sanftmütigkeit ziert die Gemeinde!“
Als Hieronymus geredet also, Stieg er herab und war sehr froh. Die Bürger haben nur grad geschaut Und wurde ein großes Gemurmel laut:
„Diesem Jobs sein Hieronymus, Der erregt ja Verwundernus!“
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