Unvermutet, wie zumeist, Kommt die Tante zugereist. Herzlich hat man sie geküßt, Weil sie sehr vermöglich ist.
Unser Julchen, als es sah, Daß die gute Tante da, Weiß vor Freude nicht zu bleiben Und hat allerlei zu schreiben. –
Sutitt hielt vor großem Kummer Grade einen kleinen Schlummer. Froh wird er emporgeschnellt, Als er dies Billett erhält:
„Weißt du, wo die Rose blüht??? Komm zu mir, wenn's keiner sieht!!“ Stolz und schleunig diese Zeilen Mickefetten mitzuteilen,
Eilt er zur Aptheke hin. Ach, wie wurde dem zu Sinn; Plump! so fällt ihm wie ein Stein Neidgefühl ins Herz hinein.
Aber sagen tut er nichts. – Scheinbar heitern Angesichts Mischt er mancherlei Essenzen, Ums dem Freunde zu kredenzen
Unter Glück- und Segenswunsch; Und dem Freunde schmeckt der Punsch. – Hoffnungsvoll, beredt und heiter Schlürft er arglos immer weiter.
Aber plötzlich wird er eigen, Fängt sehr peinlich an zu schweigen Und erhebt sich von dem Sitz. „Ei“, ruft Mickefett, „potzblitz!
Bleib doch noch ein wenig hier!“ Schnupp! Er ist schon aus der Tür. – Mickefett voll List und Tücke Wartet nicht bis er zurücke,
Sondern schleicht als falscher Freund, Wo ihm Glück zu winken scheint. – Seht, da steigt er schon hinein. Freudig zittert sein Gebein.
Und er küßt die zarte Hand, Die er da im Dunkeln fand. Und er hält mit Liebeshast Eine Nachtgestalt umfaßt. –
Mickefett! Das gibt Malör, Denn die Tante liebt nicht mehr! – Ängstlichschnelle, laut und helle Schwingt sie in der Hand die Schelle.
Schwerbewaffnet kommt man jetzt. Mickefett ist höchst entsetzt. Schamverwirrt und voller Schrecken Will er sich sogleich verstecken.
Aber autsch! Der Säbel ritzt, Weil er vorne zugespitzt. Schmerzgefühl bei großer Enge Wirkt ermüdend auf die Länge.
Bratsch! Mit Rauschen und Geklirr Leert sich jedes Waschgeschirr. Man ist sehr verwirrt und feucht. Mickefett entschwirrt und fleucht.
Schmerzlich an den Stoff der Hose Heftet sich die Dornenrose.
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