Skip to content
1870

Die stille Wiese

Wilhelm Busch

Knopp begibt sich weiter fort Bis an einen stillen Ort. Hier auf dieser Blumenwiese, Denn geeignet scheinet diese,

Kann, er sich gemütlich setzen, Um die Scharte auszuwetzen Und nach all den Angstgefühlen Sich ein wenig abzukühlen.

Hier ist alles Fried und Ruh, Nur ein Häslein schauet zu. Sieh da kommt der Bauer Jochen. Knopp hat sich nur leicht verkrochen,

Doch mit Jochen seiner Frau Nimmt er es schon mehr genau. Kurz war dieser Aufenthalt. Und mit Eifer alsobald

Richtet Knopp sein Augenmerk Auf das angefangne Werk. – Kaum hat er den Zweck erreicht, Wird er heftig aufgescheucht,

Und es zeigt sich, ach herrje, Jetzt sind Damen in der Näh. Plumps! – Man kommt. – Indes von Knopp Sieht man nur den Kopf, gottlob! –

Wie erschrak die Gouvernante, Als sie die Gefahr erkannte. Ängstlich ruft sie: „O mon dieu! C'est un homme, fermez les yeux!“

Knopp, auf möglichst schnelle Weise, Schlüpfet in sein Beingehäuse. Dann verläßt er diesen Ort Und begibt sich weiter fort.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die stille Wiese · Wilhelm Busch · Poetry Cove