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1680–1747

Zwo Frühlings-Arien.

Barthold Heinrich Brockes

Auf den bunt-beblühmten Feldern, In den Schatten-reichen Wäldern Herrscht, in stiller Einsamkeit, Unschuld und Zufriedenheit.

Fern vom städtischen Getümmel, Als in einem ird’schen Himmel, Find’ ich hier die güldne Zeit. Die Stille, die den Wald erfüllt,

Der holden Unschuld sanftes Bild, Ist nicht von froher Anmuth leer. Der kleinen Vögel muntres Heer Lässt tausend süsse Tön’ erklingen.

So kann auch ein gelassnes Hertz Mit Recht, bey zugelassnem Schertz, Gesellig lachen, frölich singen; Weil sonst die Tugend grämlich wär.

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