Gehab dich wol, geliebte Blume, des Gartens kurtze Zier und Ehr',
Mit deiner Farben Glantz und Schein!
Ich seh’ dich nun und nimmermehr.
Die Stunde, da du must vergehn, bricht bald heran, sie
Und eben, da ich mit dir rede, bricht sie herein, sie ist
Du wickelst dich in dich zusammen, verschrumpfst, ver-
Verwelckst, verkömmst, verdirbest gantz,
Und zwar so schleunig und so schnell, daß jedermann,
Die grosse Flüchtigkeit nicht gnug bewundern kann.
Nun scheint zwar deine kurtze Dauer und dein so
Bedaurens-mehr als Wunderns-wehrt; allein, wenn man
Daß dein Vergehen andren Blumen nur gleichsam Platz
So fühlet und empfindet man nicht nur, daß ihr verge-
Weil immer andre wieder da, die euer kaum vermercktes
Ersetzen, und, so wie es auch bey uns nicht weniger
Die Stelle wiederum bekleiden;
Es zeigt vielmehr, geliebte Blumen, da ihr so kurtze Zeit
Und gleichsam, mit nie stillen Schritten, nur andern aus
Uns von des grossen Schöpfers Wercken und von dem
Wie er so unerschöpflich sey, uns eine neu und wahre
Es kostet ihr sehr wenig Müh, viel Millionen zu formiren.
Man kann demnach und muß, mit Recht, so wol beym
Als bey der Zeugung, liebste Blume, den Schöpfer der