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1680–1747

Zur Flos admirabilis.

Barthold Heinrich Brockes

Gehab dich wol, geliebte Blume, des Gartens kurtze Zier und Ehr', Mit deiner Farben Glantz und Schein! Ich seh’ dich nun und nimmermehr. Die Stunde, da du must vergehn, bricht bald heran, sie

Und eben, da ich mit dir rede, bricht sie herein, sie ist Du wickelst dich in dich zusammen, verschrumpfst, ver- Verwelckst, verkömmst, verdirbest gantz, Und zwar so schleunig und so schnell, daß jedermann,

Die grosse Flüchtigkeit nicht gnug bewundern kann. Nun scheint zwar deine kurtze Dauer und dein so Bedaurens-mehr als Wunderns-wehrt; allein, wenn man Daß dein Vergehen andren Blumen nur gleichsam Platz

So fühlet und empfindet man nicht nur, daß ihr verge- Weil immer andre wieder da, die euer kaum vermercktes Ersetzen, und, so wie es auch bey uns nicht weniger Die Stelle wiederum bekleiden;

Es zeigt vielmehr, geliebte Blumen, da ihr so kurtze Zeit Und gleichsam, mit nie stillen Schritten, nur andern aus Uns von des grossen Schöpfers Wercken und von dem Wie er so unerschöpflich sey, uns eine neu und wahre

Es kostet ihr sehr wenig Müh, viel Millionen zu formiren. Man kann demnach und muß, mit Recht, so wol beym Als bey der Zeugung, liebste Blume, den Schöpfer der

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