Da ich im Herbst, in der Allee,
In abgefallnen Blättern gehe,
Die, in gesärbter Zierlichkeit,
Als wären sie mit Fleiß gestreut,
Die dunckel-braunen Steige zieren,
So daß sie durch die bunte Pracht
Zu dessen Ruhm, der alles macht,
Mich, inniglich gerühret, führen;
Deucht mich daß auch, da sie vergehn,
Durch ihrer Farben buntes Gläntzen,
Wodurch sie Steig’- und Beeten kräntzen,
Die Blätter ihren HErrn erhöhn.
Mich deucht, ob hört’ ich sie, vom dunckel-braunen Grunde,
Auf welchem sie in grosser Menge lagen,
Mit theils bereits erblaßt-theils annoch rothem Munde,
Mir dieses noch, zum Abschied sagen:
Wir scheiden zwar nachdem wir schon gegrünet,
Und fast ein gantzes Jahr
Mit Farb-und Schatten dir gedienet;
Allein wir scheiden nicht vor immer;
Schau nun die Knospen auf den Zweigen,
Die werden dir, in neuem Schimmer,
Uns wiederum in andern zeigen.
Hast du, durch unsre Schönheit, nun,
So wie du schuldig warst zu thun,
Den Schöpfer, den wir dir gewiesen,
Durch öftern frohen Danck gepriesen;
So haben wir, da wir gegrünt,
Dem Schöpfer, auch durch dich, gedient.
Hast du es aber nicht gethan;
So sieh uns jetzt zuletzt noch an!
Und dancke GOtt, daß unsre Pracht
Dich oft gerührt und froh gemacht.
Denn ihm allein ist zuzuschreiben,
Daß wir, mit solchem holden Grünen
Bekleidet, dir zur Lust erschienen,
Daß wir vergehen und doch bleiben!