Kaum hat die Erndte sich geendet, So wird des Feldes ebner Grund Durch Pflügen wieder umgewendet. Was erst an Kraut und Stoppeln bunt,
Wird plötzlich braun. Ein dunkler Sammt, Dem, voller dunklern Regel-rechten darinn gezognen lan- gen Strichen, Die Aecker, voller Furchen, glichen,
Scheint alles itzo zu bedecken. Die Absicht dieser Arbeit schien Sich auf drey Stücke zu erstrecken, Des Unkrauts gar zu fruchtbar Grün
Zu unterdrücken, zu begraben, Um eine Dünge draus zu haben, Und aus dem schädlichen selbst Nutzen noch zu zieh’n. Der andre Zweck, damit die umgestürzte Erde
Geöffnet, Himmel-werts gekehrt, Mit Regen, Thau und Luft befeuchtet und genährt, Vom Sonnen-Licht durchdrungen werde, Wodurch die Fruchtbarkeit, wie die Erfahrung lehrt,
In einen Acker wird gebracht. Wie aber eigentlich, auf welche Weis’ und Art, Der Himmel hier sich mit der Erde paart, Wird wohl so leichtlich nicht erklärt.
Vermuhtlich ist, daß in dem Reich der Lüfte, In welches aller Cörper Düfte, So bald sie aufgelöset, quillen, Und es als einen Chaos füllen,
Auch Saamen-Theile sich erhöh’n, Nebst schweflichten und salzen Theilen, Die mit den Dünsten aufwerts eilen, Und, durch der Sonnen Zug, sich in die Höhe lenken,
Auch, wenn sie weicht, sich wieder nieder senken. Durch diesen sanften Zug und stetiges Bewegen Scheint überall die Fruchtbarkeit und Segen Genährt durch sanfte Wärm’, getränkt durch lauen Regen.
Der dritte Zweck scheint darinn zu besteh’n, Daß, in den tief-gezognen Furchen die Segen-reiche Saat zu sä'n, Man alles klüglich zubereite, damit, wenn sich die Körner
heben, Vermehret durch den Saft der Erde, sie uns, im Ueberfluß, im Leben, Zur Erndte-Zeit, die Nahrungs-Schätze geben.
O Brunquell’ aller Fruchtbarkeit! O einz’ger Ursprung aller Kräfte! O weiser Stifter aller Ordnung! Der Du, daß man ver- nünftig denkt,
Daß unser Geist die Regeln merkt, die Du in die Natur gesenkt, Und sie zum Nutzen brauchen kann, den Menschen bloß allein geschenkt,
Ach, segne doch des Ackersmanns der Welt so nützliches Geschäfte! Ach laß, da das, was er gekonnt, von ihm mit allem Fleiß gescheh'n,
Und er nun weiter nichts vermag, ihn seiner Arbeit Früchte seh'n! Schenk aber ihm auch diese Gabe, Daß er, zur Erndte-Zeit, erwege, mit froher Lust und Dank-
barkeit, Wie er das wenigste gethan, wie er Verstand, Gelegenheit, Gesundheit, auch sein reifes Korn, allein von Dir empfangen habe!
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