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1680–1747

Zugleich gelb- und rohte Rosen.

Barthold Heinrich Brockes

Indem ich jüngst, in Amts-Geschäften, im fruchtbaren Billwerder fahr Und, nebst dem treflichen Stampeel, des Rahts und Ham- burgs Zier und Ehre,

Des Frühlings Wunder-Glantz besehe; werd’ ich von un- gefehr gewahr, Wie von bestralten bunten Blumen ein funckelnd gelb- und rohtes Licht

Durch dicht-verwachsne Hecken bricht. Wir halten still, und schicken hin, von diesen Blumen, die wie Kolen, So man erst angefachet, glimmten, uns einige herbey zu

holen, Die uns der Land-Mann willig gab; Er schnitt mit seinem schnellen Messer verschiedne grosse Sträucher ab.

Wie man uns nun dieselbe brachte, erschracken wir für neuer Freude Bey diesem unverhoften Blick, und für Verwundrung, alle beide,

Indem wir eine neue Art von Rosen, welche wunderschön So wol an Form, als Farb und Glantz, und welche wir noch nie gesehn Recht ungemein gerührt erblickten. Den roth- und weissen

Rosen-Strauch Die wilden Rosen, gelben Rosen, und andrer Rosen Arten auch Hab ich bewundert und beschrieben. Hier, dacht ich, will

in neuem Schein Der grosse Schöpffer aller Dinge bewundert und verehret seyn.

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