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1680–1747

Zufällige Gedancken über ein Thau- Tröpfchen.

Barthold Heinrich Brockes

Wie ich, nach verschwundner Nacht, Jüngst, im angestrahlten Thau, In der Tropfen Meng’ und Pracht Tausend Sonnen-Spiegel schau;

Zieht, vor andern, Blick und Sinn Ein vor andern helles Tröpfgen, durch sein Funckeln, zu sich hin; Da ich denn, mit Lust erfüllt,

Nicht nur ein klein Sonnen-Bild, Auf der Ründung äussern Höhe, Als ein blitzend Lichtgen, sehe; Sondern, da der Thau so klar,

Wie die reinesten Cristallen; Seh ich dieses Lichtgen gar Durch des Tröpfchens Cörper fallen Auf ein nah gewachsnes Blat,

Wo es denn verlängt, gespitzt, Die Figur von einem Strahle, der in langem Strich- blitzt, Durch das Blat gedrückt, erhält. Wie ich solchen nun

betrachte, Und so wol auf seine Läng’, als den runden Ursprung, achte; Fällt von ungefehr mir bey: Ob dieß nicht vielleicht ein Bild strahlender Cometen sey?

Wie! gedacht’ ich, wenn der Cörper der Cometen bey der Ründe, (so wie ich hier in dem Tropfen, welcher gantz durchsichtig, finde)

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