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1680–1747

Winter-Gedanken.

Barthold Heinrich Brockes

Seht, wie auch zur Winter-Zeit, Selbst wenns frieret, reift und schneit, Auf der hell-bestrahlten Welt Manche Lust und Lieblichkeit

Unsern Blicken vorgestellt! Ja es kann der Schmuck der Erden, Wenn man mit Vernunft ihn spührt, Und er Blick und Herze rührt,

Unsrer Andacht Vorwurf werden. Auch vom Schnee die kleinsten Blitze, Wenn auf sie die Sonne strahlt, Und mit Glanz und Gluht sie mahlt,

Sind uns zur Erbauung nütze. Denn da von der Sonnen Schein Sie nur kleine Spiegel seyn; Deucht mich, daß ihr reines Licht

Durch sein Glänzen gleichsam spricht: Da ich dir die Sonne zeige; So ergetz dich. Aber steige, Mit dadurch gerührtem Sinn,

Von mir zu dem Urbild hin, Und laß seinen Strahl dich rühren. Dann wird dich desselben Zier, So wie dich zu ihm von mir,

Auch von ihm, zum Schöpfer führen, Und dir ihren Ursprung weisen, Um Jhn Ehrfurchts-voll zu preisen. Da ja aller Sonnen Schein

(wie der Schnee, durch eine, flammet) Nur von einer Sonn’ allein, Als der Sonnen Sonne, stammet.

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