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1680–1747

Vor der Predigt.

Barthold Heinrich Brockes

Laßt uns heut' aufs neue wieder Zu des Höchsten Tempel wallen! Laßt, mit Freuden, Erndte-Lieder Jtzt, zur Erndte-Zeit, erschallen!

Laßt uns rc. Was ihr so oft gewünscht zu sehen, Ist, durch des Höchsten Huld, nunmehr geschehen. Seht! das Getrayd’ ist reif. Nun sagt: Woher

Ist euer ungerührt Gemühte, Wie euer stumme Mund, für GOttes Güte, Von allem Dank, von aller Freude leer? Der grosse Geber will für alle Gaben

Nichts, als ein fröhliches, erkenntlichs Herze haben: Warum denn fällt es euch so schwehr, An Seinen Wundern euch zu laben? Ist denn, was euch GOtt beschehrt,

Etwan keines Dankens wehrt? Es ist ja wohl unerhört, Daß ihr solchen GOtt nicht ehrt, Der, nur eure Lust, begehrt.

Ist denn rc. Wohin man geht und fährt auf allen Wegen, Da geht und fährt man itzt durch lauter Segen. Man siehet hinten, seitwerts, vorn

Nichts, als nur wachsend Brodt im Korn. Es segnete der Schöpfer unsre Müh, Jm frischen Heu, für unser Vieh. Nur Er hat euch, zur Erndte-Zeit,

Und, wie das reife Gras gemeyt, Mit guter Witterung erfreut. Was eure Saat versehren können, Das hat sie nicht versehrt.

Der Sonnen gar zu starkes Brennen, Zu vielen Regen, Mäuse, Brand Hat GOtt so gnädig abgewandt. Hingegen hat Er Sonnen-Schein und Regen

Euch, in der rechten Maaß, und Seinen Segen Dadurch, im Ueberfluß, beschehrt. Seht, wie itzt überall Alleen Vom reifenden Getrayde stehen!

Höret doch, in jeder Aehre Sanftem Lispeln, diese Lehre:

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