Skip to content
1680–1747

Von GOTT.

Barthold Heinrich Brockes

Man hat euch ja gezeigt: er könne sich nicht regen. Ein Wesen, so kein Leib, müss’ ihn allein bewegen: Daß alle Ding’ aus einem Geist entstehn, Der einzig, und allein

Nohtwendig müsse seyn, Der alle Cörper lenckt; der alle Geister klug Und weise macht. Man weiß: Er sey. Das ist genug. Will jemand, daß wir ihm, wie GOTT würckt, sagen sollen?

Des Durch wessen Willen denckt ein Mensch doch, daß die Welt Zuerst entstanden sey, was setzt man ihr Doch sonst für einen Schöpffer für,

Als einen GOTT, der alles in sich hält, Vor welchem nichts je war, den nichts umschräncken kan. Sieht man solch einen GOTT für einen GOTT nicht an; So hat ein Nichts aus Nichts hervor gebracht

Der Elementen Stoff, draus alles ist gemacht. Nur was unendlich ist, allein, Kan in sich selber alles finden. Gedenckt man ausser Jhm zu fassen, zu ergründen

Woher der Stoff doch kan gekommen seyn? Er will; gleich sieht Er Seinen Willen Den Augenblick erfüllen. Man kan von allen, was wir schauen,

Nichts als auf diesem Grunde bauen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Von GOTT. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove