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1680–1747

Von der Hitze und von der Kälte.

Barthold Heinrich Brockes

Mit dieser Wahrheit scheint recht überein zu kommen, Was uns Aesopus dort in kluger Fabel sagt: Von einem Wald-Gott ward, aus Mitleid, aufgenommen Ein Reisender, den Frost und Hunger plagt:

Er haucht in seine Hand, um minder Frost zu fühlen; Er bläset auch beym Tisch, die heisse Kost zu kühlen. Der Wald-Gott, der den Handel nicht verstunde, War gantz bestürtzt und ausser sich, zu sehn,

So kalt und warm aus einem Munde Und fast in selbiger Minute gehn. Derselbe Hauch geschah nur auf verschiedne Weise, Indem er langsam haucht, und bläst den Athem leise;

Erwärmt er seine Hand, die gantz durch Frost erstarrt. An statt, daß da die Lufft aus seiner Lunge Durch einen Stoß gerad’ und hefftig drunge, Der Speisen heisser Dampff dadurch verjaget ward.

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