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1680–1747

Von der Härte und von der Flüßigkeit.

Barthold Heinrich Brockes

Was flüßig ist, muß man wol überlegen. Es ist ein Stoff, den, weil er bald verläufft, Man nicht so leicht begreifft. Sehn wir in seinem Bett’ ein Wasser sich bewegen;

So lasst uns uns bemühn, das Reich der Wellen Als kleine Cörperchen uns vorzustellen, Die länglich von Figur, jedoch auch rund dabey, Die alle, ob sie gleich sich trennen,

Dennoch vor sich beständig rennen: Dieselben machen nun die Fluth, Die flüß-und flüchtig ist und nimmer ruht, Von welcher sich die feste Flüßigkeit

Vermuthlich unterhalten muß, Durch einen dünnen Stoff, der durch dieselben eilet, Und sie stets von einander theilet. Die Cörperchen, die lang, die glatt, die biegsam seyn,

Und, da sie so gelenck, sich leichtlich regen, Wenn wir sie, abgetrennt, absonderlich erwegen; Die bildet man sich leicht, als Aale, welche klein, Und rege, glatt, und schlüpfrig, ein,

Die sich stets schlängeln und sich drängen, Leicht gleiten, ohne sich woran zu hängen.

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