Skip to content
1680–1747

Von denen Sinnlichkeiten insgemein.

Barthold Heinrich Brockes

Es unterscheiden sich die Seelen, Erniedrigt durch des Cörpers Druck-Gewicht, Von ihrer Sinnen Werckzeug nicht, Wenn wir, voll Unvernunft, uns falsche Schlüsse wehlen:

Kan, spricht man, GOTT der HERR und SCHOEPF- FeR aller Sachen Nicht Cörper, welche dencken, machen? Ja, GOTT der HERR formirt nach Seinem Willen

Sowol die Cörper, als Gedancken: Doch beyde bleiben stets, Sein Wollen zu erfüllen, In ihren angewiesnen Schrancken. Von denen von Natur verschiednen Eigenschafften

Und Kräfften wird man nimmer sehn Die eine Art zur andern übergehn. Ob die Gedancken gleich sich an die Cörper hangen; So können Cörper doch zum Dencken nie gelangen.

Die GOTTHEJT will Sich Selbst nicht widersprechen In Jhren Ordnungen den Schluß zu unterbrechen. In beyden bleibet Jhr zugleich Jhr unveränderliches Reich.

Es bleibet cörperlich, was GOTT zum Cörper macht, Und geistig, so er nicht aus Stoff hervorgebracht.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.