Der bunten Farben Glantz, so wol beblühmter Auen,
Die unsern Blick mit ihren Schmeltz erfreuen,
Als auch der Schilder-und Tapezereyen,
Die unserem Gesicht die kluge Kunst lässt schauen,
Hat um den Unterscheid der Farben, so sie zieren,
In Mischungen, die so verschieden, zu formiren;
Nichts, als der Fläche Tieff’ und Höh’n
Aus denen sie gewebt sind und bestehn,
Durch welche sie in unsern Augen
So viel Bewegungen zu würcken taugen.
Man nenne, wie man wil, die Farben von Natur,
Man nenne sie durch Kunst gemacht,
Es schwinde bald, es dau’re ihre Pracht,
Dieselbe Würckung bringt derselben Schmuck und Zier
Allein herfür.
Der Jris Farben selbst, die nur so kurtze Zeit
In ihren Schimmer stehn,
Sind nicht allein so schön,
Sie sind auch in der That von gleicher Würcklichkeit,
Als wie der Farben Schein,
Der Cörper, die beständig seyn.
Der Glantz von Bildern, die gemahlet
Ist gar nicht künstlicher,
Als eben der,
Der in Rubinen strahlet,
Den man natürlich nennt. Das Licht allein
Ist alles. Der Natur Manier ist einerley
Mit welcher sie formirt so manche Schilderey.