Ein Moschus, (er verdient, daß sein Ruhm ewig sey.)
Entwarff zuerst dies schöne Lehr-Gebäu.
Denn dem Phoenicier allein
Wird die Philosophie den ersten neuen Schein
In ihrer Wieg, unstreitig schuldig seyn.
Es werden ihm mit grössern Rechte
Die Sieges-Palmen zugehören,
Als denen, die die Kunst dem menschlichen Geschlechte
Eröffneten, das Meer mit Schiffen zu beschweren.
Als denen ebenfalls, die durch die Kunst zu schreiben,
Die Wörter unserm Blick vermochten vorzustellen.
Wenn jene sich bestrebt, als Herr’n von Wind und Wellen,
(den steiffen Blick zum Pol-Stern hingekehrt,
Der durch ein stetes Licht uns sichre Wege lehrt)
Jhr Schiff an ein entlegnes Land zu treiben:
Erfunden die die Kunst, die wol unsterblich heist,
Wodurch sich der Vergänglichkeit
So manche Helden-That entreisst,
Wodurch zugleich, ob sie gleich noch so weit
Sich von einander trennen,
Die Handlung, Freundschafft, Treu und Pflicht,
Von allen Orten her sich unterhalten können;
Hat Dieser, da sein Geist die ungemessne Tieffe,
Worinn der Zeug der Welt für uns verstecket,
Mit einem scharffen Blick durchlieffe,
Der Cörper ungezählte Zahl
Zuallererst entdecket,
Die so verschiedentlich geformt, sich seltsam fügen,
Die ein geheimer Trieb beweget allemahl.