Wohin nun werden uns doch die Gedancken führen?
In welch unendlich klein’
Und zarte Theile kan von uns zertheilet seyn
Ein Cörpergen, das nicht einmal zu spüren!
Man trifft ein kleines Thier, ein Sonnen-Stäubgen an,
Das ein Vergrößrungs-Glas kaum sichtbar machen kan,
Viel tausend tausendmal so klein
Als wie die kleinsten Mülben seyn;
Und dennoch spüren wir
An ihm, daß es ein würcklich Thier.
Was hat für eine Kunst die deutliche Figur
Formiret und hervorgebracht?
Durch welches Werckzeug, welche Krafft,
Wird ihm, zu seinem Nahrungs-Safft,
Die Nahrung doch geschickt gemacht?
Und welche Geisterchen sind es, die stetig eilen,
Und die sich in der Augen Nerv’gen rühren?
Indessen könnten doch von allen diesen Theilen
Der Feuchtigkeit, woraus die Geister sich formiren,
Ob sie gleich noch so klein,
Die Theil ohn Unterlaß aufs neu verkleinert seyn.
O Wunder der Natur! das wahr, gewiß und fest,
Ob es sich gleich nicht recht begreiffen lässt.