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1680–1747

Von dem Ton.

Barthold Heinrich Brockes

Uns kan ein naher Ton verdrießlich seyn und plagen, Den man von weiten kan ertragen. So wie er uns bewegt verschiedentlich, Also empfängt man ihn auch auf verschiedne Weise.

Ein jeder hat den Ton in sich. Es hören zween ihn nicht gleich starck und auch gleich leise. Ein Krancker, der vom Schmertzen abgezehret, Fühlt Unmuth, wenn er auch den kleinsten Schall nur höret.

Ja wenn sie gleich nicht kranck; So lassen zween Uns von demselben Ton verschiedne Würckung sehn. Dem einen schwindelt schon Durch einen nicht gar starcken Ton:

Da jener, wenn er gleich ein starckes Lermen spüret, Dennoch nicht wird gerühret.

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Von dem Ton. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove