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1680–1747

Von dem Sitz der Sinnlichkeiten.

Barthold Heinrich Brockes

Der Ort ist aber nicht gar leicht zu finden, Noch eigentlich die Stelle zu ergründen. Doch mag es, oder nicht die Glandul seyn, Die Pinealis insgemein

Genennet wird, so stimmt doch dem ein jeder bey, Daß es ein solcher Ort, der ihr nicht ungleich, sey. Der Nerven Fäden sind allhier so zart und klein, Verwirren sich und sind fast nicht zu spüren,

Ja scheinen sich fast gäntzlich zu verlieren. Dis muß nun eigentlich der unsichtbare Sitz, Das Pünctgen der Verbindung seyn, Woselbst, da sie des Eindrucks Würckung spüret,

Die Seele fühlbar ist, und wo sie wird gerühret: Bewegungen, von cörperlichen Sachen Die müssen dort ein geistigs Mahlwerck machen, So daß die Seele hier, die mit dem Leib sich bindet,

Der Sinnen Harmonie, auch ihre selbst, empfindet.

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