Skip to content
1680–1747

Von dem Sitz der Sinnlichkeiten.

Barthold Heinrich Brockes

Was ist, ist in der Seel: doch haben unsre Sinnen Den Sitz in einem Punct des Hirns von innen, Der werth, daß man ihm wohl beachtet und erkennt. Als wie ein allgemein und nöthig Instrument,

(dis ist sein Vorzugs-Recht und eigentlichs Geschäffte) Vereint und theilt er ein der Sinnen Kräffte. Die Nase fühlet nie den Eindruck von dem Licht, Das Auge spürt das Riechen nicht,

Das Ohr ist nicht geschickt zu schmecken, In jedem Sinn kan man sein eigen Amt entdecken. Allein noch mehr, man weiß, die Nase selber kan Nicht riechen, auch der Ton schlägt an das Ohr nicht an.

So rühren Dinge, welche Licht, Auch unser Auge nicht, Noch unsre Zunge die, so schmackhafft seyn. Drum muß sich in der Seele finden

Ein Instrument, das allgemein, Das eintzig hören kan und sehn, Auch schmecken und verstehn,

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Von dem Sitz der Sinnlichkeiten. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove