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1680–1747

Von dem Gesicht.

Barthold Heinrich Brockes

Eröffnet sich der Apffel nun dem Licht; So wird von den Beschaffenheiten Der dreyen Feuchtigkeiten, Die Wässrichte, nebst der, so in der Mitten,

Und, Linsen gleich, scheint aus Crystall geschnitten, Auch die von Glas: zur Handlung vom Gesicht Das mehreste verricht. Da es von innen gantz durchsichtig und umringt

Von seiner Häutgen Meng; so dringt Der zarten Strahlen Heer, Das von den Cörpern rückwerts springt, Sich so gerad, ins Aug’, daß, wo das Nervgen steht,

Es alles auf ein Pünctgen geht. Jm Grund ist jedes Rund mit einem Netz bedeckt, Dahin sich jede Nerv’ in kleine Fäden streckt, Daselbst formiren sie, was man Retina heisst,

An welcher sich der Anfang weist Von Gegenwürffen, die vom Licht Erleuchtet sind, und nahe beym Gesicht. Da würckt der zarte Sinn sein künstlich Zauber-Stück,

Als wie auf einen Tuch, das leer: daselbst entstehen Und kan man jeden Augenblick Viel tansend Schildereyen sehen.

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