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1680–1747

Von dem Geschmack.

Barthold Heinrich Brockes

Dasjenige, was uns in frischer Jugend schmecket, Das schmecket uns nicht mehr, so bald Man alt geworden ist und kalt. Allein, ohn daß zu weit das Alter sich erstrecket;

So zeigt ja die Erfahrung an, Daß offtermals bey uns, und zwar in wenig Tagen, Solch eine Aenderung sich zugetragen; Wenn unser Cörper sich nicht wol befindet,

Durch Galle aufgebracht, durchs Fiebers Hitz’ entzündet, Und Dünste sich sodann Aus unserm krancken Magen heben, Die an der Zunge Zäsern kleben.

Daher denn, was man isst, uns nichts als Eckel schafft, Indem es bitter, saur, verdrüßlich, unschmackhafft. Und solche durch die Plag’ erzeugte Widrigkeit Währt, wenn man gleich gesund, noch öffters lange Zeit.

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