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1680–1747

Von dem Geruch.

Barthold Heinrich Brockes

In einem Cörper wird erzeuget und vermehret, Wenn er beweget wird, des Niechens Krafft. Der Ambra hat die Eigenschafft, Er riecht, wenn man ihn reibt. Wenn Feuer Wachs verzehret,

Vergnügt es den Geruch. Nicht minder, wenn im Lenzen Der Morgenröthe Fleiß auf die beblühmte Au’ Die süssen Thränen giesst, den Seegen-reichen Thau, Und daß der Sonnen Gluht, wodurch die Lüffte gläntzen,

Den Schmeltz der Wiesen dörrt, der Farben Schmuck beseelet, Der junge Zephir dann zu der Vollkommenheit Derjenigen, die er zu seiner Lieb’ erwehlet, Der Seufzer Lauigkeit,

Die nütz-und fruchtbar, treibt; er Florens süssen Geist An allen Orten führt. Da von den Blumen sich Ein Geist voll Balsam reisst.

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