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1680–1747

Von dem Bau der Welt.

Barthold Heinrich Brockes

Daß eine Insul einst in Rom erzeuget ward, Aus Garben, welche man von ohngefehr Hatt’ in die Tiber eingesenckt, Wovon die eine erst den Grund berühret,

Daran die andern sich hernachmahls angehängt. Der Schlamm, der durch die Fluht darauf geführet, Macht, daß die Masse stets verdickt ward, und genährt; Worauf ein neuer Schlamm,

Der alle Tage darauf kam, Sie mehr befestigt und vermehrt. Die Insel aber nun der neu gebohrnen Erden, Indem sie auf dem Grunde ruht;

So konnte sie auch von der Fluht Nicht rund, wie ein Planet, der schwimmt, formiret werden. Das Wasser, welches sie umgiebt, da an der Seiten Die Wellen immer gleiten,

Macht sie, durch seinen steten Drang, Als wie ein Schiff oval und lang. Die Jahre haben es befestigt, nicht zerstöret. Sie trug sehr wichtige Gebäude, ja den Grund,

Worauf des Aesculaps erhabner Tempel stund. Wie manch bedeckter Gang ward nicht drauf gebauet, Wie man das Alterthum daran noch itzo schauet? Ja man sieht itzt noch grosse Höhen

Von heil’gen Tempeln auf ihr stehen.

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