Skip to content
1680–1747

Von dem Bau der Welt.

Barthold Heinrich Brockes

Die Erd im Gegentheil, die Regungs-los und schwer, Und die sich unsern Augen zeiget, Als wenn sie dunckel, dicht, materialisch wär; Scheint in der Lufft, die flüssig ist und rein,

Ein grober runder Klump zu seyn. Jhr Ganzes war vermuhtlich anfangs nicht So fest und dicht: Es war ein ungleich-luckrer Hauffeu

Von Stäubgen, die theils lang, und theils gekrümmt, Theils voller Aest’ und theils gewunden. Wenn solcher Cörper Meng’ in weichen Lüfften schwimmt, Sind sie gepresst, gehäckelt und verbunden,

Wenn eines nun sich in das andre dringt, Und sich zusammen schlingt; Hängt eines stets sich an das ander’ an, Wodurch denn, da die Masse sich vermehret,

Jhr eigner Druck und ihr Gewicht verwehret Daß sie sich nicht mehr drehn und regen kan. Die zäserichte Cörperlein, Die von der äussern Creyse Ründen

Zusammen stets gedrückt, gepresst, getrieben seyn, Die müssen sich vereinen und verbinden. Dahero durch des Druckes-Krafft Der sie umgebenden und flüss’gen Eigenschafft

Wir sie im Mittel-Punct, als eine Kugel, finden.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Von dem Bau der Welt. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove