Aus dieser Gleichheit nun entsteht
Die Meinung, welche falsch, wodurch man gröblich irret,
Die Stoff und Geist vermischet und verwirret.
Wie man sich nie erinnern kann,
Daß sonder Cörper je die Seele was gethan;
So glanben wir, man könne sie nicht scheiden.
Es ist der Jrrthum fast nicht zu vermeiden,
Zu glauben, daß sie einerley,
Und eine wie die andre sey.
Der Geist, statt daß er sich,
Wenn er recht handeln wollte,
Vom Cörper unterscheiden sollte;
Macht sich selbst cörperlich.
Elendes Vorurtheil! so wir in unsrer Wiegen,
Mit einem schwachen Leib von Jugend auf schon fügen,
Zur steten Nahrungs-Sorg’ ohn Aufschub angetrieben.
Man sieht, daß Seel und Stoff bey uns vermischet seyn.
Dem Cörper, welcher doch ein Werckzeug nur allein,
Wird die Empfindungs-Krafft mit Unrecht zugeschrieben.