Nachdem ich die schon welke Staude der blaulichten
Campanula,
(wofür ich sie zu anfangs hielte; da doch der Blume rech-
ter Name
Viola Mariana heißt, den sie vor Alters überkame)
Mit einiger Aufmerksamkeit in meinem Garten, jüngst
besah,
Die eben, durch ihr schmuzigs Ansehn, und falbes Braun-
roth, meine Blicke
Von andern schönen grünen Pflanzen, wovon sie abstach,
weg, zurücke
Und mit Gewalt fast auf sich zog,
Und ich, um sie recht zu betrachten, mich schnell nach ihr
herunter bog,
Erschrack ich fast, wie an derselben ich von dem Finger
der Natur
Ein’ außerordentlich formirt’ und nett gebogene Figur,
Die fremd und seltsam, und dennoch von zierlicher Erfin-
dung, sah:
Die, sonder Farbe, doch gefällig. Denn ihre vormals
schöne Blüte,
Die jüngst in purpurfärbigem und gleichsam blauem Feuer
glühte,
War abgefallen, welk, verschrumpft und ihre Schönheit
nicht mehr da.
Allein die Bildung ihres Fußes war so verwunderlich
formiret,
Daß sie fast gar nicht zu beschreiben. Von oben formt ein
fünffach Blatt