Unwiedersprechlich ist es ja, daß wir aus Seel' und Leib bestehen; Der Leib aus immer neuen Theilen; die Seele zeuget stets Jdeen.
Wie nun der Leib von seinem Wesen durch Ausdunst im- mer was verliehrt, Die Theilchen aber nicht vergehen, verwesen oder sich zerreiben,
Und stets dem allgemeinen Stoff sich, so zu reden, einver- leiben; So scheinet auch, daß unsre Seele beständig einen Abgang spührt,
Durch ihrer Kinder, der Gedancken, verfliegende Ver- gessenheit, Die doch kein völliger Beweis von völliger Vergänglichkeit; Allein es düncket mich, ob hier mit Recht nicht diese Frag’
entstehe? Ob nicht der allgemeine Stoff durch Kleinheit der Materie, Die immer feiner zu ihm fliesset, in sich sich nicht verbessere? Jmgleichen, ob auf gleiche Weise in der Natur das Geistige
Sich, durch entstandene Gedancken (von welchen, daß sie nicht vergehen Und wir sie zu erhalten fähig, in Schriften wir ein Bey- spiel sehen)
Auch, durch derselben steten Zufluß, wo nicht verbessre, doch sich mehre? Bey unsrer Einfalt scheint es meistens, als ob es nicht un- möglich wäre.
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