Laß die Erde noch so schön, und voll bunter Blumen, grünen; Laß das Wasser, noch so klar, ihrer Schönheit Spiegel seyn; Laß noch einst so herrlich gläntzen selbst der Sonnen Wun- Wozu solt’ es einer GOttheit, die es ja nicht brauchet,
Wenn nicht in den Welt- und Himmeln Kräft’ und Gei- Die an solchen, durch die GOttheit wunderbar formirten, Fähig wären, sich zu laben, sich zu nähren, Zu vergnügen, zu erqvicken, zu ergetzen,
Zu bewundern, sie zu achten, Sie zu nutzen, zu betrachten? Hiedurch litte (von der Ehre nichts zu sagen) GOttes Welche ja sein wahres Wesen.
Liebe, sonder Gegenwurf, kann ja keine Liebe seyn; Da uns GOtt nun bloß allein, Daß wir seiner Vater-Triebe Alle möchten theilhaft seyn,
So gar wunderbar gemacht, Und für seiner Wercke Pracht, Nebst dem Geist sie zu erkennen, Viele Sinnen wollen gönnen;
Wollen wir denn unsre Pflicht Sträflich aus den Augen setzen, Und uns, recht mit Vorsatz, nicht An der Liebe Größ’ ergetzen,
Die er, in den schönen Wercken, Uns so väterlich zu mercken, Und, wie brünstig er uns liebet, Ueberall zu fühlen giebet?
Will man lieber selber leiden, Als von GOTT geschenckte Freuden, Jm Geniessen, recht bedencken? Welche Thorheit! sich zu kräncken,
Und zugleich des Schöpfers Ehr’ Zu verringern! da vielmehr Wir an so viel tausend Schätzen Uns, mit tausend Lust, ergetzen,
Und, selbst in der Lust, den Willen Unsers Schöpfers hier erfüllen, Gegen ihn in Lieb’ entbrennen, Jhm gefällig leben können.
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